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In der Schule wäre das verboten! Die 8c besucht eine Landtagssitzung in Mainz

von Harald Lutz, 07.01.2019, 20:22 Uhr

Gruppenbild mit Ministerpräsidentin Dreyer und Fredi Winter

Die Debatte im Landtag war eigentlich ziemlich langweilig. Es wurde darüber diskutiert, wofür in Rheinland-Pfalz Geld ausgegeben wird. Die CDU fand einige Ausgaben unnötig, die SPD fand sie wichtig, die Grünen und die FDP auch und die AFD hielt eine ganz langweilige, schlecht abgelesene Rede dazu.

Fortsetzung:

Alle Parteien kamen zu Wort und wir hörten eine Stunde lang zu. Spannend ist anders. Aber interessant war es dann doch, zu beobachten, wie die Politiker während der Reden selten zuhören, rein- und rausgehen, dauernd ins Handy starren und darauf herumwischen. In der Schule gäb‘s dafür viel Ärger. Im Landtag ist das ganz normal.
Trotzdem schienen alle zuzuhören, denn regelmäßig gab es Applaus für die Redner, wenn auch nur von der eigenen Partei und manchmal kam es sogar zu Zwischenrufen.
Was war geschehen?

Die 8c besuchte im Dezember eine Landtagsdebatte in Mainz. Vor der eigentlichen Sitzung gab es eine Einführung im Nebengebäude und alle Schülerinnen und Schüler wurden über den Ablauf der Debatte (so nennt man eine Diskussion im Landtag) informiert. Alle waren gespannt und nach der oben beschriebenen Sitzung ganz schön überrascht über die Unruhe im Saal.
Ein besonderes Erlebnis war das Treffen mit der Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Vorraum (der sog. Lobby) des Landtags. Das kommt nicht oft vor. Die Schüler konnten persönliche Fragen stellen und bekamen auch persönliche Antworten zum bevorstehenden Weihnachtsfest und wie Frau Dreyer es feiert, zur Freizeit einer Ministerpräsidentin und einem typischen Tagesablauf. Sogar über den ‚Digitalpakt‘ wurde gesprochen (Ganz vereinfacht: Gibt es Tablet-PCs für die Schulen?).
Zum Abschluss des Tages trafen die Schüler zu einem Gespräch von jeder Partei einen Vertreter. Die CDU schickte die einzige Frau, Frau Demuth. Herr Winter vertrat die SPD, Herr Roth die FDP, Herr Hartenfels die Grünen und Herr Junge die AFD.

Ganz schön viele Fragen stellten die Jungs und Mädels der 8c, manche davon auch sehr kritisch. Herr Junge von der AFD wurde gefragt, warum er mit Neonazis in Chemnitz in der ersten Reihe marschierte und an alle richtete sich die Frage, wie rassistischen Gewalttaten begegnet werden könne. Natürlich wollten einige auch wissen, wie und warum man Politiker wird, oder ob in einer Partei immer alle gleicher Meinung seien.
Die Antworten waren manchmal ähnlich, aber wer genau hingehört hatte, bemerkte auch klare Unterschiede zwischen den einzelnen Politikern, v.a. als es um die Frage des Rassismusproblems ging.
Rassismus zeige sich nicht nur in Gewalttaten und Anschlägen, sondern auch in Worten, Bildern und politischen Aussagen, die wiederum zu rassistisch motivierten Taten anstiften können, so Andreas Hartenfels von den Grünen.
Das war am Ende schwere Kost für die Schülerinnen und Schüler der IGS und erschöpft, aber voll von Eindrücken und nach einem abschließenden Weihnachtsmarktbesuch in Mainz machten sich die 8er auf die Heimfahrt mit dem Zug nach Neuwied.